Du hast den Wal!

Du hast den Wal!

Anlegestelle für Tauchgänge ins Ungedachte

Eine Intervention im öffentlichen Raum vom Performancekollektiv NUNATAK!

Seit 2020 kreisen unsere Befürchtungen um die Pandemie, lange schon und immer stärker spüren wir die Furcht vor der Klimakrise und den damit zusammenhängenden globalen Verwerfungen. „Was kann und weiß ich, was davon wird mir unter allen Umständen wichtig bleiben, weil es mein Leben, aber auch das anderer Menschen bereichert?“

Die persönlichen Begegnungen mit den Besucher*innen finden in einer mobilen Installation in Form eines Wals statt. Dieses zehn Meter lange Objekt ist unübersehbar; es wird von Meeresrauschen und Möwengekreisch begleitet. Drei Walhelferinnen in matrosenhaften Kostümen begrüßen Neugierige an einer angedeuteten Anlegestelle. Hier kündigen ein Schild und ein roter Teppich den Beginn des Tauchgangs an. Nach einer spielerischen Einweisung zum Verhalten im Walfischbauch geht es los:

Eine Besucher*in kann sich mit einer Walhelferin zusammen vom Wal „verschlucken“ lassen, also durch die als Barten gestalteten Eingänge den Bauch des Wals betreten. Umspült von Klängen aus der Unterwasserwelt und vom imaginären „Plankton der Ideen“ tauchen Walhelferin und Gast in ein 20minütiges Gespräch. Am Ende der Zeit wird die Besucher*in wieder an Land gespuckt, wo sie mit Applaus in Empfang genommen wird.

Die persönlichen Eindrücke aus den Begegnungen können im Logbuch nahe der Anlegestelle hinterlassen werden. Wir können ca. drei dieser „Tauchgänge“ in einer Stunde realisieren, wobei die Installation pro Tag bis zu 7 Stunden zugänglich ist. Im Außenbereich gibt es parallel ungleich mehr kurze und lange Gespräche, wenn Passant*innen die Idee des Wals verstehen wollen und eigene Fantasien dazu entwickeln. Unsere Performance ist zugleich eine Intervention, da das Objekt an sich neugierige Fragen aufwirft und Denkanstöße gibt.

Die Installation

Der Wal selbst besteht aus einer wiederbenutzten Kunststofffolie, die innen schwarz und außen weiß ist, und mehreren Holzlatten, die den Wal zusammen mit Sicherungsleinen am Boden halten. Der Körper des Wals mit einer Länge von 10m und einem Durchmesser von 2,5m wird durch den Luftstrom eines Ventilators gefüllt und getragen. In den Barten des Wals sind zwei Eingänge, durch die man „verschluckt“ werden kann.

Mit: Inka Arlt, Yvonne Johna und Christiane Wiegand 
Objektentwurf und -bau: Alfredo Sciuto Kostüm: Diana Aldana Paez/María Reyes Pérez Grafik: Tobias Stiefel

Die Tauchgänge können auf Deutsch, Englisch oder Spanisch begleitet werden.

Das Perfomancekollektiv NUNATAK! hat sich im Herbst 2019 unter dem Dach der Performance- und Netzwerkinitiative K.I.E.Z.ToGo gegründet. Ziel des Kollektivs ist es, mobile Performances im öffentlichen Raum zu entwickeln, die sich mit Formen der gesellschaftlichen Teilhabe künstlerisch auseinandersetzen.

>> Aus dem Logbuch der Verschluckten

Kontakt

post@du-hast-den-wal.org

Nächste Gelegenheit:
Sommer 2021 Berlin

Termine

18.09.2020
14:00–19:00 vor der Mittelpunktbibliothek, Alter Markt 2, Berlin-Köpenick

11.09.2020
14:00–19:00 vor der Mittelpunktbibliothek, Alter Markt 2, Berlin- Köpenick

05.09.2020
Umwelttheaterfestival Kulturmühle Lietzen

16.08.2020
12:00–18:00 im Natur-Park Schöneberger Südgelände (Berlin)

15.08.2020
14:00–20:00 im Natur-Park Schöneberger Südgelände (Berlin)


In Kooperation mit Lockkunst e.V., Grün Berlin GmbH und K.I.E.Z. ToGo.

Gefördert vom Amt für Weiterbildung und Kultur Tempelhof-Schöneberg und vom Amt für Weiterbildung und Kultur Treptow-Köpenick.